Zahn ziehen oder Bahnstreik?

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Hallo, ich bin Jana Behr und die "Heldin des Alltags"! Mein Blog ist eine Mischung aus "Sex and the City" und Literaturblog. Mein Wunsch: Euch ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und für einen Moment vom Alltag abzulenken. Viel Spaß! Ich freue mich über ganz viele Likes!
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Was ist besser? Zahn ziehen oder Bahnstreik? © Structuro, Pixabay

Also, ich musste endlich mal einen Zahn ziehen lassen. Hatte drei Jahre für ihn gekämpft, Wurzelbehandlung und Schmerzen auf mich genommen. Aber es hat alles nicht gereicht. Wir mussten uns geschlagen geben. Ich meine, ich mich, und er sich gezogen.

Jedenfalls, ich hatte es ja schon angedeutet, dass bei mir immer alles ein bisschen anders ist. Und so kommt es, dass ich natürlich keinen Zahnarzt in Köln habe. Meiner ist in Bochum-Wattenscheid. Hat unterschiedliche Gründe. Der Ausschlaggebende ist, dass er einer der Besten ist.

Na ja, jedenfalls war mein Termin heute. Das bedeutet, am Tag des Bahnstreiks … . Dazu muss man natürlich wissen, dass ich kein Auto habe. Und, wie wir auch wissen, keinen Freund, der mich hätte fahren können, aber gut, ist jetzt nicht das Thema.

Ich schwang mich heute Mittag also frohgemut (irgendwie ein schönes altmodisches Wort) in die Bahn und siehe da, nichts von Streik. Ich war sehr pünktlich in Wattenscheid in der Zahnarztpraxis.

Das Warten ist das Schlimmste

Dann kam der schrecklichste Part dieses Tages – das Warten, während die Spritze wirkte. Schreckliche Bilder spulten sich in meinem Kopfkino ab. Mein Zahnarzt, wie er sich mit dem Fuß am Zahnarztsessel abstößt, um genug Kraft zu haben, den Zahn zu ziehen … Ein furchtbares Knacken … Zerbrechen des Zahnes… Und er bekommt ihn nicht ganz raus gepult … und und und … Dann ging es los … und war auch schon vorbei … zack … raus. Ich bekam noch einen Tupfer in den Zahn und war fertig. So weit so gut … .

Wo ist jetzt die Herausforderung?

Die Odyssee ging dann aber eigentlich erst richtig los. Ich hatte die Verbindung gecheckt und dachte, der Bus kommt gleich, dann Zug und dann schon Rodenkirchen … .Geschnitten! Bus kam viel zu spät. Dadurch verpasste ich den einzigen RE pro Stunde von Wattenscheid nach Köln. Ich mit dem Bus, anstatt zum Wattenscheider Bahnhof, zu einem kleinen verlassenen S-Bahnhof innerhalb Wattenscheids, weil meine super Verkehrs-App mir noch drei Minuten vor Abfahrt diese, zugegeben, komplizierte Verbindung anzeigte, aber ich dachte, jeder Meter in Richtung Köln ist ein gewonnener Meter … War aber falsch gedacht. Ich hoch gehetzt. Kein Mensch auf dem Bahngleis. Anzeige: „Bitte informieren Sie sich im Internet.“ Ich schaute nochmal rein. Da schien es auf den letzten Metern Uneinigkeiten zwischen den einzelnen Apps zu geben. Ich wartete ein bisschen. Die S-Bahn fuhr nicht. Ich wieder runter und in den Bus in die Gegenrichtung nach Wattenscheid Zentrum. Natürlich musste ich dann nochmal bis zum Bahnhof 500 Meter laufen. Zwischendurch vorschriftsmäßig noch ein Wechsel des blutgetränkten Tupfers und natürlich brav Kühlung mit dem Kühlpack. Davon ab, dass ich jetzt auch noch Blasen in meinen neuen Schuhen bekam, waren jetzt schon knapp 1,5 Stunden vergangen, für eine Strecke, für die man eigentlich sieben Minuten braucht. Urgh …

Also, endlich humpelnd in Wattenscheid angekommen, hetzte ich zum Gleis. Falscher Zug. Egal, Hauptsache wieder ein paar Meter auf Köln gut gemacht. Jetzt kam der Scherz. Ein Schaffner. Natürlich hatte ich kein Ticket gezogen. Ich war schon auf Angriff eingestellt. Erzählte ihm meine Geschichte. Dramatisch mit Kühlakku an die Wange haltend. ER sagte, kein Problem, ich solle mir in Essen ein Ticket nach Köln ziehen. Er hatte nochmal Glück.

In Essen kam der letzte Umstieg. Und jetzt sitze ich hier im Zug, mit Kühlpack. Habe zum Glück einen Platz. Es ist voll. Die Leute stapeln sich fast. Kindergeschrei… urggh, das auch noch… Ganz langsam tut der Zahn weh, aber bin schon gleich in Düsseldorf, und danach ist wieder alles gut. Fast sieben Stunden Bahnstreik … Für einen Zahn …

Oftmals sind es nicht die großen Sachen, die die größte Herausforderung in unserem Alltag darstellen, wie zum Beispiel einen Zahn gezogen bekommen, sondern die kleinen, mit denen man nicht rechnet. Dabei hätte das mit dem Zahn heute echt gereicht.

 

Übrigens …: Danke, für 10 Facebook-Shares, die leider nach  der Umstellung des Templates in den weiten Sphären des WWW-Universums verloren gegangen sind! Wer noch nicht geliked hat … Ich freue mich darüber sehr! 😉

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