„Warten auf Bojangles“ oder Danke, Leben!

Heldin des Alltags
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Heldin des Alltags

Hallo, ich bin Jana Behr und die "Heldin des Alltags"! Mein Blog ist eine Mischung aus "Sex and the City" und Literaturblog. Mein Wunsch: Euch ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und für einen Moment vom Alltag abzulenken. Viel Spaß! Ich freue mich über ganz viele Likes!
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Ich sitze hier gerade und höre Nina Simons‘ „Mr. Bojangles“, um mir die richtige Atmosphäre für diesen Blogartikel zu schaffen. Dieses Lied hat eine große Bedeutung für ihn. Denn es geht unter anderem um das wunderbare Buch von Olivier Bourdeaut „Warten auf Bojangles“, aber noch viel mehr um Geschichten, die das Leben noch besser schreiben kann als wir selbst. 

Bojangles, jana Behr , Heldin des Alltags

Warten auf Bojangles…

Jedenfalls war ich letztens auf dem Weg in meinen 5-Jahresurlaub. Die erste Strecke legte ich mit der Bahn zurück. Eine Frau, die mir schon draußen aufgefallen war, setzte sich neben mich. Schnell kamen wir ins Gespräch. Irgendwie ist fast alles, was dann passierte, eine eigene Geschichte wert. Jedenfalls erzählte mir meine Sitznachbarin, dass sie in Nantes wohne und ihr Mutter in Köln besucht hatte. So weit nichts besonderes. Besonders wurde es, als sie mir erzählte, dass ihre Mutter schon 100 Jahre alt ist und noch immer allein wohne. Ich wunderte mich, weil sie nicht einfach nach Nantes zu ihrer Tochter zieht. Ich würde das machen, wenn meine Tochter am Meer wohnen würde. Jedoch wohnen zwei ihrer fünf Kinder in Köln. Ihr wundert euch bestimmt, warum ich das so detailliert erzähle. Das mache ich, weil das zeigt, wie schnell wir ein richtig tolles Gespräch führten.

„Schreiben, was sonst?“

Dann fragte sie mich, was ich beruflich mache. „Schreiben“ war meine Antwort. Ich glaube, das ist wirklich das, was ich meistens mache. Mehr noch als schlafen, würde ich sagen. Jedenfalls erzählte sie mir dann eine wunderbare Geschichte, die ich einfach erzählen muss. Sie fragte mich, ob ich das Buch „Warten auf Bojangles“ kennen würde. Ich meinte, ich hätte Christine Westermann davon auf WDR 2 erzählen gehört. Warum mir diese Sendung so in Erinnerung geblieben ist, ist, weil sie so sehr von diesem Buch berührt war, dass das durch den Äther durchschwappte. Ich schwörte mir, dieses Buch zu lesen, obwohl ich doch schon so lange kein Buch mehr gelesen hatte.

Wenn Träume wahr werden

Mehr als ein Vornehmen wurde daraus nicht. Bis, ja, bis zu diesem Augenblick im Zug nach Düsseldorf. Denn da erzählte mir meine Sitznachbarin, dass die Mutter von Olivier Bourdeaut eine ihrer besten Freundinnen sei. Und dann erzählte sie mir davon, wie lange Olivier eigentlich keinen richtigen Job gehabt hätte. Er hätte aber immer daran geglaubt, dass er Schriftsteller werde. Er wollte nichts anderes sein. Ganz gleich, ob er sich zeitweise keine eigene Wohnung leisten konnte und sein erstes Buch von keinem Verlag genommen worden war. Was ich hier verrate, sind übrigens keine Geheimnisse. Das steht selbst auf dem Umschlag vom Buch, das ich mir jetzt endlich gekauft habe und gestern zu lesen angefangen habe.

Das Buch kam wie ein Knall und war und ist ein Sensationserfolg in mittlerweile 34 Ländern. Die Geschichte: Eine Familie, die anders als andere ist, die dank einer – anfangs nur leicht – ver-rückten Mutter das Leben feiern – in jeder Sekunde. Auf dem alten Plattenspieler darf nur Nina Simons‘ „Mr. Bojangles“ gespielt werden. Die Atmosphäre des Liedes ist in jedem Satz zu spüren. Eine Geschichte, die immer am Rande eines wahnsinnigen Glücks gelebt, irgendwann einmal dramatisch umkippt… Wie es dann weitergeht, weiß ich noch nicht, aber ich werde es erzählen, wenn ich das Buch zu Ende gelesen habe.

Was will uns diese Geschichte sagen?

Jedenfalls, ab davon, dass ich so berührt davon war, dass sie gerade von diesem Buch redete, weil mich die Rezension im Radio schon so gepackt hatte. Und vor allem, dass sie zwei oder dreimal betonte, dass sie mir die Geschichte nur erzählte, weil ich gesagt hätte, dass ich schreibe, machte diese Begegnung fast magisch. Was wollte dieses Zusammentreffen mir sagen? Sollte ich an meinen Lebenstraum glauben und mich noch mehr daran machen, Schriftstellerin zu werden? Es war eine selten seltene Begegnung…, die von unserer eigenen Geschichte ergänzt werden sollte. Denn auf einmal blieben wir stehen. Vielleicht war das von einer höheren Macht eingerichtet, damit wir mehr Zeit zum Quatschen haben. Allerdings so massiv, dass wir keinen Meter mehr weiterfuhren. Leider hatte sich jemand das Leben genommen. Nichts ging mehr.

Hey, Taxifahrer!

Da sie ihren Flug nach Nantes nicht verpassen und ich so schnell wie möglich endlich mal wieder das Meer sehen wollte, fuhren wir mit noch zwei Leuten zu viert mit einem völlig verrückten Taxifahrer von Langenfeld zum Düsseldorfer Flughafen. Er ist so schnell durch die Stadt gepest, dass ich dachte: „Das war’s!“  Aber auch das gehörte zu dieser intensiven Begegnung.

Danke, Nina, für „Mr. Bojangles“!

Noch immer schwingt die Atmosphäre dieses völlig anderen Nachmittags in mir nach. Noch immer die Frage, wie es zu solchen Zufällen kommen kann. Denn solche Erlebnisse machen das Leben erst lebenswert – finde ich jedenfalls. Olivier Bourdeauts Geschichte, also, ich meine jetzt nicht sein Buch, sondern sein Leben, zeigt mir noch eins: Man soll niemals seinen Traum aufgeben, Weltbeststeller-Autorin zu werden. Nachdem ich jetzt „Mr. Bojangles“ von Nina Simon 15 Mal gehört habe, weiß ich auch, warum nur dieses Lied auf dem Plattenspieler lag.

Schließlich sagte meine Begleiterin noch: „Weißt du, was ich am Ende des Buches gedacht habe? Wie spießig ich bin und was ich vielleicht deshalb verpasse.“ Das Gleiche, fast wortwörtlich, hatte auch Christine Westermann gesagt. Ich werde jetzt erst einmal das Buch lesen – und dann mein Leben so unspießig und verrückt wie möglich weiterleben. … Und dazu gehört auch, jetzt „Mr. Bojangles“ ein 16. Mal zu hören…

Hier könnt ihr das Buch kaufen!

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