Dear Mrs. Hillary Clinton,…

Heldin des Alltags
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Hallo, ich bin Jana Behr und die "Heldin des Alltags"! Mein Blog ist eine Mischung aus "Sex and the City" und Literaturblog. Mein Wunsch: Euch ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und für einen Moment vom Alltag abzulenken. Viel Spaß! Ich freue mich über ganz viele Likes!
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Vor einer Woche war es klar. Klar, dass nicht die erste Frau die Welt regieren würde. Ich bin weder politisch versiert

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Vor einer Woche war es klar. Klar, dass nicht die erste Frau die Welt regieren würde. Ich bin weder politisch versiert oder interessiert noch Feministin, aber es hätte mich gefreut und es wäre eine Frau mehr, die die Geschicke der Welt in den Händen gehalten hätte. Aber nein, Amerika hat entschieden, dass nicht Hillary Clinton, sondern ein rassistischer krakeelender Wischmop neuer Präsident wird.

Die Welt sollte von Frauen regiert werden

Nicht, dass ich grundsätzlich etwas gegen Männer hätte, aber die derzeitige Energie ist einfach weiblich. Deutschland, England, Dänemark, Kroatien, Südkorea und noch viele Länder mehr werden aktuell von Frauen regiert. Und das ist auch gut so. Obwohl es echt richtig weh tut, will ich auch gar nicht mehr über Trump und die Frage diskutieren, wie das passieren konnte. Es ist passiert. Unfassbar, unnachvollziehbar für uns alle. Man steht mit offenen Mund da und fragt “What?”

Seltsames Gefühl im Bauch…

Um drei Uhr bin ich ins Bett gegangen. Da hatte ich persönlich die Hoffnung verloren, obwohl für Hillary Clinton in Florida noch alles offen war… Aber ich hatte schon so ein komisches Gefühl… Bei Obama damals bin ich bis fünf Uhr wachgeblieben. Bis zu der Minute als er nicht mehr verlieren konnte. Ich hopste damals wie verrückt durch die Wohnung und weckte sogar meinen Sohn auf. Am letzten Mittwoch zog ich mir die Decke über den Kopf und konnte es einfach nicht fassen. Sogar ein Tränchen rollte über meine Wangen.

Live bei Hillary Clinton

Es ließ mich auch den ganzen Tag nicht los. Dann bekam ich mit, dass ihr erster Auftritt nach der Niederlage gestreamt wurde. Ich schaltete mich live dazu. Vor mir auf dem Bildschirm ganz viele Mitarbeiter und Medienvertreter, die auf Clintons Auftritt warteten. Die Luft vibrierte vor Spannung. Alle warteten auf die Frau, die die Mächtigste hätte werden können. Wie hatte sie ihren Verlust verkraftet? So live dazu geschaltet war es nicht minder kribbelig. Und dann, nach über einer halben Stunde Verspätung, kam sie! Sie hielt eine so berührende Rede, dass wieder Tränen über meine Backen kullerten. Sie war nah, herzlich und menschlich, aber vor allem dankbar. Und das war es vielleicht, was bei ihren offiziellen Auftritten gefehlt hatte. Aber jetzt hier live, ihrem Team dankend, war sie so sympathisch, dass ich mich gar nicht mehr einkriegte.

Selfies mit Mrs. “Fast-Präsident”

Das ging so weit, dass ich, als die Rede beendet war und sie noch durch die Reihen ihrer Unterstützer ging und jeden herzlich umarmte und ganz viele Selfies mit ihr und Fotos von ihr gemacht wurden, so in das Geschehen gesogen war, dass auch ich mein Handy zückte und wie verrückt Bilder von ihr machte (eines davon ist das Titelbild). Tatsächlich vergaß ich ein paar Sekunden sogar, dass ich nicht wirklich vor Ort war. Verrückt, nicht? Spätestens jetzt liefen die Tränen in Strömen – ob der verlorenen Wahl, des Rückschlags für die Frauen der Welt und des fehlenden Weltfriedens. Skurril, vor allem deshalb, weil ich ja gar keine Amerikanerin bin. Aber es war die Stärke dieser Frau, die mich im Tiefsten berührte.

Entspannt mit dem Hund Gassi gehen, anstatt die Welt regieren

Ein paar Tage später dann diese Meldung in der Express: Eine Wanderin hatte Hillary Clinton beim Gassigehen mit ihren Hunden getroffen und auf Facebook ein Foto davon gepostet. Auf dem Foto sieht Clinton entspannt, jung und glücklich aus. Vielleicht ein paar Bilder mehr davon im Wahlkampf… Stopp! Bringt nichts mehr… Obwohl, wisst ihr eigentlich, dass Hillary Clinton der aktuellen Auszählung nach über 200.000 Stimmen mehr erhalten hat, als der Wischmop? Und noch etwas: Er ist faktisch nur von einem Viertel der Amerikaner gewählt worden, denn knapp die Hälfte war gar nicht wählen. Er hat ein schlechteres Wahlergebnis als die letzten zwei republikanischen Kandidaten, die gegen Obama verloren haben. Bäm.

Immanente Logik der Geschichte

Ich frage mich die ganze Zeit, warum mich diese Wahl so beschäftigt. Aber auch wenn man es eigentlich nicht wahrhaben will, Amerika hat eben schon einen großen Einfluss auf uns und den Rest der Welt. Auf Obama folgt Trump. Das völlige Gegenteil. Und da fällt mir das Einzige, was ich in der Schule gelernt und nicht vergessen habe, ein. Es stammt von meinem Geschichtslehrer in der elften Klasse – Herr Pietsch. Er sprach immer von der immanenten Logik der Geschichte, was ungefähr das meint: Auf einen inspirierenden espritvollen schwarzen Präsidenten folgt als Gegenbewegung ein rassistischer Wischmop. Trotzdem: Thank you, Hillary Clinton, für einen Kampf, den, denke ich, kaum eine Frau auf dieser Welt hätte besser führen können!

PS: Hoffentlich kann Obama seine Frau noch überreden…

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