Weinprobe à la Heldin des Alltags

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Hallo, ich bin Jana Behr und die "Heldin des Alltags"! Mein Blog ist eine Mischung aus "Sex and the City" und Literaturblog. Mein Wunsch: Euch ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern und für einen Moment vom Alltag abzulenken. Viel Spaß! Ich freue mich über ganz viele Likes!
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Wer meinen Blog kennt, wird sich über diesen Beitrag vielleicht ein bisschen wundern… . Selten bis gar nicht, gibt es bei mir Food-Beiträge.

Wein, Heldin des Alltags, Jana Behr

Weinprobe nach Heldinnenart… Foto: Nina Bosse

Wer meinen Blog kennt, wird sich über diesen Beitrag vielleicht ein bisschen wundern… . Selten bis gar nicht, gibt es bei mir Food-Beiträge. Das liegt zum einen daran, dass ich nicht gerne koche, es aber auch nicht wirklich gut kann. Überhaupt, finde ich Unterhaltungen über Essen, Kochen oder auch über Wein eher erheiternd oder manchmal sogar ermüdend als, dass ich sie ernst nehmen könnte. Das änderte sich zwar auch nicht, als ich völlig unverhofft an einer Weinprobe teilnahm, aber es war trotzdem ein toller und vor allem sehr geselliger Abend. Hier der etwas andere Bericht einer Weinprobe…

Dieses für mein Leben sehr seltene Ereignis fand im sehr schönen Gewölbekeller des Safran Gewürzbasars in Köln-Sürth statt. Eingeladen hatte mich meine liebe Freundin Nina Bosse (die hier ausdrücklich genannt werden wollte…;)) und mit von der Partie war Katja Kaeding (so, dann haben wir das auch schon…) und wir sind jetzt übrigens auch eine Mädelsgruppe… Für was Wein nicht alles gut ist. Aber der Reihe nach…

Leicht prickelnd zum Einstieg

Ich habe so viel gelernt an dem Abend, dass ich mir sogar Notizen auf der Rückseite unserer Weinkarte gemacht habe. Wahrscheinlich habe ich mehr aufgepasst, als alle anderen. Das Erste, was ich lernen durfte, war, dass trockener Sekt oder Crémant, den wir als erstes kosten durften, nicht wirklich trocken ist, sondern immer eine gewisse Restsüße hat. Was ich mit dieser Info sollte, weiß ich nicht, aber ich wollte es gesagt haben. Übrigens tranken wir „Crémant de Mosel“. Die Geschichte, wie es zu diesem Namen kam, würde jetzt den Rest des Beitrages füllen, deshalb sollte man sich diesen Namen einfach zwei- bis dreimal auf der Zunge zergehen lassen. Ist auch schon toll!

Ich sage nur Perlage…

Das nächste, uns sehr faszinierende Wort, und eigentlich fast unser Spitzenreiter für den Rest des Abends, war „Perlage“. Wir sprachen diesen Begriff, der die Perligkeit des Crémants bzw. Sekts beschreibt, mindestens in 27 unterschiedlichen französischen Akzenten aus. Und, sprudelten über vor Lachen! Übrigens fiel in diesem Zusammenhang auch Alf, wo, wenn ich da nicht was durcheinanderbringe, auch der Crémant herkommt. Aber ich musste da natürlich direkt an dieses fellige Tier aus dem Weltall denken und prustete von neuem los.

Richtiges Zubehör muss sein! 

Mein persönliches Lieblingswort an diesem Abend war aber „Doppellippenverschluss“. Wer jetzt an etwas Anzügliches denkt, dem sei direkt „Pfui“ gesagt. Nein, hinter einem Doppellippenverschluss verbirgt sich ein selten praktisches Utensil, bei dem sogar ich darüber nachgedacht habe, ob ich es nicht brauche… . Man tut den Verschluss auf die geöffnete Weinflasche und aufgrund der Doppellippen tropft beim Ausschenken nichts. Äußerst praktisch, wie ich finde.

Übrigens tranken wir aus einem internationalen Degustationsglas, das deswegen so heißt, weil weltweit damit Degustationen durchgeführt werden. Toll ist, dass man es seitlich hinlegen kann und wenn dann der Wein nicht rausläuft, hat der Degustateur (heißt das so?) nicht zu viel eingeschenkt… . Wir konnten das Glas nicht seitlich hinlegen, was gut so war, weil es damit noch lustiger wurde.

Warum ist mein Tablet ein besserer Weinkenner als ich? 

Beim zweiten Wein, bzw. der erste war ja ein Crémant, stieg uns direkt eine Pfirsichnote in die Nase, was uns vom Weinexperten auch bestätigt wurde. Dieser Wein, „Vinum Blanco aus der Gascogne“, enthielt übrigens eine nicht adstringierende Säure (ich bin total platt, mein Tablet-Wortfinder kennt dieses Wort… Es meint übrigens einen Empfindungskomplex, der sich durch einen rauen, die Mundschleimhaut austrocknenden oder ätzenden Mund zusammen ziehenden Effekt äußert… Aha…). Gut zu wissen. Hauptsache ist, dass der Wein lecker war. Neben dem Crémant de Mosel mein Favorit.

Auf die Farbe kommt es an!?

Brav hielten wir übrigens auch jeden Wein vor unser weißes Papier. Ich fragte ein paar Mal, was da jetzt wirklich zu sehen sei. Ich fand die Antwort nicht ganz befriedigend, aber konnte die unterschiedlichen Farbnuancen wenigstens trotzdem erkennen. Auch wenn ich jetzt nicht sagen könnte, welche Farbe besser wäre. Und, vor allem nicht, warum. Aber, egal. Ganz langsam wurden wir immer noch fröhlicher.

Was hat Öl mit Wein zu tun? 

Dann lernten wir, dass es auch bei den Weinen, die vegane Fraktion gab. Das würde jetzt bestimmt meine Ernährungsberatungs-Freundin freuen. Was, das jetzt richtig bedeutet, weiß ich leider nicht mehr. Hat aber und darauf kam in der ganzen Runde nur ich, mit der Fermentierung zu tun.

Dann kam ein Exkurs, der mich vollends überforderte. Der Sommelier stellte auf einmal ein Olivenöl vor, das fleißig reihum probiert wurde. Mit an Facharbeiten erinnernden Diskussionen, was mich total irritierte. Mir fällt zu Öl absolut nichts ein. Aber es gibt da wohl unterschiedliche Geschmacksdimensionen, die ich wahrscheinlich weit unterschätze.

Mann oh mann, Wein ist ganz schön kompliziert

Wusstet ihr, dass spontan vergären genau das Gegenteil von dem meint, was es zu heißen scheint? Spontanvergärung bedeutet nämlich, dass der Wein länger braucht. Er macht es zwar dann weitgehend allein, aber es dauert viel länger bis er zu Wein wird. Echt ein bisschen verwirrend, aber es wird keine andere Hefe hinzugegeben, damit der Wein schneller gärt. So habe ich es jedenfalls verstanden. Ganz schön komplex so ein Wein. Ich sach‘ da nur „biodynamische Verarbeitung“… .

Noch eine Erkenntnis, die für mich neu war, für andere allerdings nicht: Weine riechen immer anders als sie schmecken. Finde ich komisch, war da aber fast allein mit meiner Meinung.

Rotwein ist weniger lustig als Weißer!

Nach zwei weiteren Weißweinen kam leider die rote Phase, bei der ich passen musste. Nicht nur mir fiel allerdings auf, dass Rotweine weitaus weniger lustig in der Herstellung sind. Auch andere fragten nach der adstringierenden Säure und so, aber die gibt es bei Rotweinen irgendwie nicht. Übrigens, schmeckt zu jedem Wein jeder Käse immer anders. Und auf jeden Fall will ich auch so ein tolles Käsemesser mit so einer Gabel oben dran zum „Direktaufspießen“. … und natürlich einen „Doppellippenverschluss“.

Apropos Doppellippen: Am Ende hatten wir alle ein paar gute Tröpfchen intus, sodass ein Herr in der Nebengruppe ein wenig Wein am Mund vorbei goss. Sein Kommentar: „Ich habe den Eingang vom Abgang verpasst!“ Wir prusteten alle gleichzeitig los und konnten uns nicht mehr beruhigen! Selten so viel gelacht und Spaß gehabt. Danke, an unseren geschichtenvollen und tollen Weinexperten Herrn Fehrmann und natürlich auch an das Ehepaar Quack von der Safran Gewürzbasar, inklusive der zwei sehr netten Damen im Service, für diesen schönen Abend!

PS: Ich liebe dein Kräuterbuttergewürz, liebe Claudia! Etwas, was sogar ich hinbekomme!

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