Beauty of Blogging: Blog trifft auf Poetry Slam trifft auf Whiskey

Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, ist es um meinen Blog zurzeit etwas still geworden. Das liegt daran, dass ich mit so etwas wie einer Blog-Blockade zu kämpfen habe
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Whiskey

Wie ihr sicherlich schon bemerkt habt, ist es um meinen Blog zurzeit etwas still geworden. Das liegt daran, dass ich mit so etwas wie einer Blog-Blockade zu kämpfen habe (man beachte den Wortwitz…). Andersherum ist es als Single-Lady einfacher, lustige Posts übers Solo-Dasein zu schreiben. Als liierte Frau achte ich zum einen auf die Befindlichkeiten meines Partners, verbringe mit diesem natürlich auch die meiste Zeit und durchlaufe zudem noch eine kleine Blog-Sinnkrise. Letztlich suche ich derzeit nach neuen Impulsen für meinen Blog. Genau in diese Findungsphase kam die Anfrage von Tullamore D.E.W., ob ich Lust auf den Schreib-Workshop „Beauty of Blogging” hätte. Und, was soll ich sagen, natürlich hatte ich – aber sowas von! 

Stattgefunden hat er in den echt coolen Räumlichkeiten der „Wohngemeinschaft”. Ich war völlig überrascht, denn eigentlich dachte ich, dass das einfach eine Kneipe ist. Mitnichten! In der ersten Etage über der Bar befinden sich super kreativ gestaltete Seminarräume. In einem hängen sogar Stuhlschaukeln von der Decke. Neben mir waren noch sieben weitere Blogger eingeladen. Mit dabei waren jaquidanslanuit, becci_beccs, Bettina Blass vom Blog Op Jück,Edith vom Reiseblog Hummeln im Arsch (was für ein lustiger Name!) und David von Wearecity.de.Es war eine bunt zusammengewürfelte Truppe von Bloggern aus Köln, die erstaunlich schnell zusammenwuchs. Was soll ich sagen? Wir hatten einen tollen Tag!

Poetry Slam: Wenn Worte zum Bilder-Stakkato werden

Nicht ganz unschuldig daran war der wunderbare Florian Cieslik, einer der erfolgreichsten Poetry Slammer Deutschlands. Er hat uns mit vielen Übungen und seiner entspannten Art super durch den Tag begleitet. Und, er hat uns auch erklärt, was Poetry Slam eigentlich mit Whiskey zu tun hat. Um jetzt nicht die ganze Geschichte zu erzählen…. Der Slam-Erfinder Marc Kelly Smith lobte als Preis seiner Poetry Slams Whiskey aus… Seitdem gehören Slams und Whiskey zusammen.

Übung macht den Text

Bevor wir jedoch Whiskey trinken durften, hatten wir einige Lektionen vor uns. Zu Beginn lernten wir ein paar Tricks kennen, die uns bei kurzeitigen Blackouts wieder in den Flow bringen sollen. Und, weil ich ja immer gerne gute Tipps weitergebe, hier ein kurzer Überblick:

  • Die erste Übung hieß „Sprechdurchfall”. Wir liefen durch den Raum und erzählten wild vor uns hin, was wir gestern so alles erlebt hatten. Das brachte uns richtig schön in Fluss.
  • Danach ging es mit Assoziationsketten in Partnerübungen weiter. Erst Wort auf Wort, dann zusammengesetzte Wörter, wobei wir das Zweite für die Bildung unseres nächsten Wortes nutzen sollten. Diese Übung hat noch viele Varianten mit zum Beispiel Synonymen oder als Mindmap zu einem Thema… Wir waren mehr als aufgewärmt. Ganz heiß danach zu schreiben…

Das durften wir dann mit Haikus. Das sind japanische Gedichte in einer speziellen Reimform… Die erste und dritte Zeile haben fünf Silben, die in der Mitte sieben.

Hier sind meine zwei Haikus:

Pink ist so (P)rosa,

Never ever ohne sein

will ich in Zukunft.

Das zweite Haiku, ganz nach dem Tullamore D.E.W. Leitwort Vielfalt:

Viele fallen auf

Vielfalt überall und nirgends.

Nie mehr Einfalt, nie…

Ja, ja ich weiß, ganz schön lyrisch für meine Verhältnisse.

Noch drei Übungen werden mir auf jeden Fall in Zukunft helfen, wenn ich mal wieder so eine Show-Stopper-Phase habe.

  • „Show don’t tell!
    Dabei werden Gefühle ohne die entsprechende Beschreibung der Emotion ausgedrückt. „Sie war verliebt.” stellt sich dann vielleicht so dar: “Sie sah über die Menschenmenge zu ihm herüber. Ihr war ganz warm. Geradezu heiß, als sich ihre Blicke kreuzten. Ihr Kopf wurde knallrot. Sie glühte. Und konnte doch ihren Blick nicht von ihm abwenden.”
  • „Übertreiben ist Pflicht” Dabei sollte alles an Übertreibung in den Text rein, was geht.
  • Raus mit den Verben Alle Wortarten sind erlaubt, außer Verben…

Texten heißt noch lange nicht slammen

Dann ging es in die Pause. Wusste gar nicht, dass vegetarisches Essen so lecker sein kann. Die Wohngemeinschaft hatte sich wirklich ins Zeug gelegt. Toll war auch der Austausch zwischen den Teilnehmern. Wir waren in den letzten Stunden zu einer richtigen kleinen Gemeinschaft zusammengewachsen…

Nach dem Break ging es ans Eingemachte – die Performance. Denn schließlich sollten wir am Ende noch selbst slammen. Wir feilten an unserer Mimik und Gestik. Mein persönliches Highlight war, dass ich mich bei einer Übung regelrecht auf den Boden warf. Und das, ob meiner fast 50 Jahre… Das zeigt, wie groß unsere Begeisterung war. Obwohl es mir heute ein wenig peinlich ist. Außerdem habe ich jetzt Rücken.

Was Blogger von Slammern lernen können

Langsam steuerten wir auf die Zielgerade zu: unseren ersten eigenen Poetry-Slam-Text. Wir bestimmten die Zutaten guter Texte, wie zum Beispiel einen roten Faden, keine großen Zeitsprünge, Humor, Pointen und überraschende Wendungen. Nach zwei weiteren Trockenübungen folgte dann unser Text zum schon bekannten Stichwort „Vielfalt”. Nicht zu vergessen, dass wir endlich, auch um unseren Schreibfluss zu unterstützen, ein Glas Whiskey tranken. Die Slam-Performances waren großartig! Einige hätten direkt damit auf der Bühne auftreten können.

Ich für meinen Teil beschloss, es beim Bloggen zu belassen. Aber hey, für mich seid ihr mein Publikum und mein Blog ist meine Bühne. Und mit der bin ich mehr als glücklich. Wenn das das Einzige wäre, das ich vom Tag mitgenommen habe, dann wäre das schon mehr als genug. Der Impuls, den ich gebraucht habe, um wieder Hunger, ach ne, Durst, zu bekommen… Aber ich nehme noch mehr mit: Die Erkenntnis, dass es in Köln noch weitere wunderbare Autoren gibt, die versuchen, regelmäßig ihre Leser mit guten Inhalten zu begeistern. Und, sollte ich wieder einmal ein bisschen ins Stocken geraten, weiß ich, ich bin nicht alleine, und, was es zu tun gibt: Ruhig bleiben, die eine oder andere Übung oder … einfach ein Gläschen Whiskey trinken.

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